10 Dinge: Pro und Contra Baby

Ich habe lange überlegt, ob ich über dieses Thema schreiben sollte, weil es doch ein so persönliches ist. Aber schließlich habe ich den Blog irgendwann einmal unter anderem auch deswegen gestartet, weil ich über die Dinge schreiben wollte, über die ich mir Gedanken gemacht habe. Häufig waren das eher theoretische Probleme, diesmal geht es um etwas handfestes. Ein Thema auch, mit dem nicht nur ich mich beschäftige, sondern über das viele Frauen zwischen 30 und 40 sich Gedanken machen. Es geht um die Frage: Soll ich, oder nicht? Nämlich ein Kind bekommen.

Im Folgenden habe ich mal fünf pro- und fünf contra-Punkte zu dieser schwierigen Frage aufgeschrieben. Es sind zwar persönliche Überlegungen, die sich auf mein eigenes Leben beziehen, aber einiges davon ist sicherlich auch allgemeingültig und für andere interessant. Los geht's:

PRO BABY
  • Ein einmaliges Abenteuer: Kinderkriegen ist mit nichts zu vergleichen. Es ist eine besondere Erfahrung, an der der Mensch wächst. Ich werde es bestimmt bereuen, wenn ich mir selbst diese Erfahrung verweigere.
  • Angeblich Liebe: Ob ich tatsächlich so viel Liebe für das kleine Wesen empfinden werde, kann ich nicht beurteilen. Aber alle, die Kinder haben, behaupten, es sei die schönste Erfahrung überhaupt und man würde für niemanden so viel Liebe empfinden, wie für das eigene Kind/ die eigenen Kinder. Wenn alle das sagen, muss ja was dran sein!
  • Die eigenen Eltern als Großeltern sehen: Die Liebe zu einem noch nicht existenten Kind ist für mich nicht greifbar, aber die Liebe zu meiner Familie ist es unter anderem, die mich über das Kinderkriegen nachdenken lässt: Meine Eltern wären sicher ganz wunderbare Großeltern. Ich würde sie gern in dieser Lebensphase sehen. Und als Einzelkind bin ich nun mal die einzige, die ihnen das ermöglichen kann.
  • Nahezu perfekte Voraussetzungen: Die hatte ich ganz lange nicht: Bis Anfang 30 war ich noch viel zu unsicher und mit mir selbst beschäftigt, um über Kinder auch nur nachzudenken. Es fehlte auch lange ein passender Partner. Doch nun habe ich einen Schatz, der mich für immer behalten und deshalb nächstes Jahr heiraten will. Hinzu kommt, dass ich zu ihm in sein Haus auf dem Dorf gezogen bin. Wir müssten zwar ein bischen umbauen, aber grundsätzlich halte ich so ein Haus auf dem Dorf für die perfekte Umgebung zum Aufwachsen für ein Kind.
  • Der Blick in die Zukunft: Wenn ich kein Kind bekomme werde ich vielleicht in 10 oder 15 Jahren hier in dem schon erwähnten Haus auf dem Dorf sitzen und mich schrecklich langweilen. Und wenn ich noch weiter in die Zukunft blicke, sieht die Sache nicht besser aus: Einsamkeit im Alter ist weit verbreitet, wenn man eine eigene Familie, irgendwann vielleicht sogar Enkel, hat, wird es sicherlich nicht ganz so schlimm.
CONTRA BABY
  • Kein ruhiges Leben mehr: Wenig Schlaf, viel Stress, keine Zeit mehr für sich selbst - so sieht das Leben junger Eltern nun mal aus, das Leben von Müttern oft über Jahre. Das muss man wollen.
  • Höchste Ansprüche an "Schildi": Wenn schon normal aktive Menschen am Rad drehen , weil ihnen ihre Kinder so viel Stress bereiten, dann wird es für mich vermutlich nochmal so schlimm. Nicht umsonst hat mir mein Schatz den Spitznamen Schildi verpasst: Ich lasse es gerne entspannt angehen und habe auch ohne Kind schon manchmal das Gefühl mit den Aufgaben des täglichen Lebens nicht hinterher zu kommen.
  • Nullkommagarkeine Babyerfahrung: Wenn das Kind im Alter von sechs Jahren in mein Leben spaziert kommen würde, wüsste ich, wie ich mit ihm reden und umgehen kann, aber wie man mit den ganz kleinen Würmchen umgeht, davon habe ich nicht die geringste Ahnung. Ich habe noch nie babygesittet, kleine Geschwister gibt's auch nicht. Babys und Kleinkinder kamen in meinem Leben bisher schlicht nicht, oder nur sehr am Rande vor.
  • Die nackte Angst: Seien wir ehrlich: Ein Kind zu haben ist kein Spaziergang. Schon die Schwangerschaft ist für viele eine harte Zeit, die Geburt unglaublich schmerzhaft. Und wenn das Baby dann da ist, schreit und schreit und schreit (ich war selbst ein Schreibaby) und man weiß einfach nicht, was ihm fehlt... Kleinkinder sind bockig, ach was sag ich Schulkinder sind es oft auch! Und wenn sie dann noch ständig krank sind, man sich noch mehr, als sonst um sie kümmern muss, sich selbst ansteckt... Und dann die Sorgen, die man sich macht: Was, wenn mein Kind schlecht in der Schule ist, wenn es keine Freunde findet, was, wenn es als Teenie ständig Ärger macht? Die Sorgen, Probleme und Ich-schaff-das-nicht-Momente sind für Eltern, speziell für Mütter eigentlich nie vorbei. Zumindest nicht für die ersten 20 Jahre. Ich befürchte dem bin ich nicht gewachsen.
  • Es ist für immer: Das Leben wird nicht mehr sein, wie es vorher war. Ich werde nicht mehr die sein, die ich vorher war. Wird mich die Erfahrung zum Positiven verändern? Werde ich die Entscheidung für ein Baby bereuen? Auf jeden Fall ist sie - anders, als viele Dinge im Leben - nicht rückgängig zu machen.
Bestimmt möchtet ihr nun wissen, für welche Seite ich mich entscheide. Ganz ehrlich, ich weiß es nicht. Und wenn ich es wüßte, würdet ihr es wahrscheinlich erst erfahren, wenn tatsächlich Nachwuchs unterwegs wäre. 
Vielmehr interessieren mich aber nun eure Meinungen. Was denkt ihr über das Thema Baby? Vor allem, wenn ihr Kinder habt, würde mich interessieren, ob ihr euch vorher mit ähnlichen Überlegungen beschäftigt habt, wie ich, und ob sich eure Hoffnungen und Befürchtungen dann später in der Realität bestätigt haben. Welche Punkte sind besonders wichtig, welche nicht? Und welche Faktoren gibt es noch, die ich in meiner Liste vergessen habe?

Comments

  1. Ich bin auch schon 32 und habe keine Kinder und weiß auch nicht, ob ich welche haben will. Ganz ehrlich. Momentan bin ich froh kein Kind zu haben und habe auch noch nicht mal Mutterinstinkte oder das meine innere Uhr tickt. Vielleicht bleibe ich auch ganz ohne Kind.

    viele liebe Grüße
    Melanie / www.goldzeitblog.de

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    1. Mit 32 hast du ja noch etwas Zeit. Andererseits vergeht die Zeit schneller, als man denkt...
      Dass ich bisher Mutterinstinkte bei mir bemerkt hätte, kann ich auch nicht behaupten, aber man sagt ja wenn es das eigene Kind ist, ist das was ganz anderes.

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  2. Hallo, zur Entscheidung pro oder contra Kind, kann ich Dir nicht viel sagen. Nur soviel, ich war 26 und ein Kind war nicht geplant.
    Und: es war das Beste, was mir in meinem Leben passiert ist. Nicht dass ich vorher ein schlechtes Leben geführt hätte.
    Nachher ist es auch nicht schlechter. Es ist einfach anders.

    Und sind wir uns mal ehrlich, der Mensch hat im Prinzip nur einen einzigen Job auf dieser schönen Erde.
    Und das ist die Reproduktion und Arterhaltung. Wie alle anderen Lebewesen auch. Es ist der Sinn des Lebens.
    Und letztlich wird außer Deinen Kindern, nach Deinem Ableben, nichts aber auch gar nichts eine Spur auf dieser Welt hinterlassen.

    Kinder machen ist leicht. Kinder bekommen auch nicht schwer. Milliarden von Frauen haben das auch schon geschafft.
    Es ist keine Krankheit. Dein Körper ist dafür konzipiert. Babys bleiben keine Babys, sie werden zu kleinen und größeren Kindern, zu Jugendlichen, zu jungen Erwachsenen.

    Und letztlich bekommt jeder die Kinder, die er verdient. 1. Fällt der Apfel in der Regel nicht weit vom Stamm und 2. ist es ganz einfach mit einem Baby/Kind/Jugendlichen zu leben.
    Die unendliche und grenzenlose, bedingungslose Liebe die Du ihm entgegenbringst, wird ihm sein Leben lang begleiten.
    Es wird sie refelektieren. Auch Deine Selbstlliebe. Alles was Du ihm vorlebst wird es aufnehmen. Deine Selbstachtung.
    Dein Selbstbewußtsein. All das überträgt sich wie ein Stempel. Und fällt letztlich auf Dich zurück.
    Kinder nerven nicht. Ein Leben mit Kindern ist anders. Es ist zu ist immer anstrengend.
    Aber nur, weil man nicht aktzeptiert, dass sie ein eigener Mensch sind, der eben andere Vorstellungen von ... hat.
    Kinder sind toll. Sie glühen vor Glück. Wenn sie das erste Mal krabbeln. Das erste Mal stehen. Das erste Mal laufen.
    Kinder sind offen. Echt. Unvoreingenommen. Sie geben einem die Chance eigene Schranken zu überdenken. Für Kinder ist das unmögliche Möglich.
    Sie haben eine bunte Phantasie. Und sorgen dafür, dass man sich selbst nicht zu wichtig nimmt. Keine von uns ist das Zentrum des Universums. Wir sind lediglich ein Wimpernschlag.
    Kein Job, keine Reise, nichts was Du Dir ausmalst, kann Dir jemals so viel Vertrauen, Liebe und Glück schenken, wie ein Kind.

    Liebe Grüße
    Sunny

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    1. Danke, liebe Sunny, für deinen ausführlichen Kommentar! Deine Begeisterung für Kinder finde ich total toll, nachvollziehen werde ich sie wohl erst können, wenn ich ein eigenes habe.
      Als Lehrerin arbeite ich mit Kindern. Ich bin immer wieder begeistert, was für eigene Persönlichkeiten sie schon in der ersten Klasse sind, welche Interessen manche von ihnen haben. Und natürlich bringen sie mich auch manchmal zum Lachen (gerne dann, wenn ich sie eigentlich gerade zum Schweigen bringen sollte). Trotzdem bin ich froh, wenn ich abends nach hause gehen kann und dort keine Kinder mehr sehen muss. Ich gehe jetzt mal davon aus, dass das bei einem eigenen Kind anders wäre, aber sicher bin ich mir da nicht.

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    2. haha. Bitte. Glaub mir. Es gibt auch Phasen, da könnte man die lieben kleinen oder großen Kinder "derwuzeln". Aber das ist ja bei allen anderen Menschen so.
      Und Du siehst es ja selber, Du hast Kinder in der Schule um Dich. Und ich glaube wohl, das ist wieder eine ganz andere Art, Kindern zu begegnen.
      Ich war ja mit 26 noch eher jung und überhaupt nicht auf Kinder eingestellt. Vermutlich hätte ich auch auch noch keines.... Und ich bin jetzt 49. :-) Deshalb ist es wohl besser, wenn es einfach passiert.
      Es macht eigentlich im Kopf sofort klick, wenn man weiß, es ist jetzt da in Deinem Bauch. Zu diesen philosophischen Ergüssen kommt es auch erst, seid ich älter bin. Vor 20 Jahren steckte ich drin. Und es war wies gewesen ist. Da habe ich nicht darüber nachgedacht, was wer wem wohin reflektiert. Aber es ist so.
      Alles Gute. LG Sunny

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  3. Ich bin mir nicht sicher, ob ich mich für Kinder entschieden hätte, wenn ich nicht dadurch intensiv Stiefmutter worden wäre, da die Partnerin meines Mannes, die die Mutter seiner Kinder war, gestorben ist. Letztendlich weiß ich jedoch, dass es mich nachhaltig geprägt hat und dass mein Leben jetzt ziemlich nicht so schön wäre, wie es ist. Die Entscheidung ist natürlich keine einfache, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass Du Dich am Ende für Kinder entscheiden wirst.
    Alles Liebe von Rena
    www.dressedwithsoul.com

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    1. Haha, dein letzter Satz hat mich jetzt aber zum Schmunzeln gebracht, dass du dir da so sicher bist;)
      Stay tuned für die nächsten 2 bis 3 Jahre, kann ich da nur sagen. In der Zeit wird der Nachwuchs dann wohl kommen müssen, oder eben nicht.

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  4. Ich verstehe absolut wieso du mit dem Post etwas gehadert hast.
    Aber ich danke dir dafür, ich finde es auch wichtig ehrlich zu sein und sich einzugestehen wie viel Arbeit dahinter steckt. Wir überlegen auch hin und her wegen des Baby Themas (wollen klar, aber man muss eben auch die ganzen Contra Punkte betrachten und den passenden Zeitpunkt).
    Danke dafür. Wirklich spannende DEINE pros und contras zu lesen.

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  5. Für mich war Kinder kriegen immer so eine Entscheidung zwischen: Freiheit und Nicht-Freiheit, auch wenn das jetzt radikal und meinetwegen egoistisch klingt. Aber ich weiß auch nicht, inwiefern es egoistisch ist, Kinder zu kriegen, um "Spuren zu hinterlassen"... Ob Kinder vor der Einsamkeit des Alters schützen, ist auch fragwürdig. Letzten Endes sind wir selbst für die Einsamkeit verantwortlich. (Oder besser gesagt, wir können selbst was dagegen tun, niemand anderes...)
    Ich glaube, wenn man Kinder bekommt, sollte man es idealerweise nicht für sich selbst tun, das tut keinem Kind gut, glaube ich, sondern man sollte sich darüber klar sein, dass man ab sofort für das Kind lebt, zumindest größtenteils.
    Ich selbst habe keine Kinder, arbeite jedoch mit Kindern. Daher bin ich abends auch manchmal froh, keine (lieblichen oder manchmal weniger lieblichen :-DDD) Kinderstimmen hören zu müssen. Ach ja: ich mag Kinder. Finde sie klasse. Und bin doch froh, keine zu haben.
    Liebe Grüße
    Maren

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