10 Dinge/ 10 Things: Zeit schenken


Ich gehöre nun wirklich nicht zu den Leuten, die jedes Jahr tönen "Wir schenken uns nichts!". Ich mag es, beschenkt zu werden, und ich mag es mindestens genauso gerne, anderen eine Freude zu machen. Es reicht ja eine Kleinigkeit.
Andrerseits habe ich gerade in diesem Jahr festgestellt, dass es etwas gibt, das man schenken kann, und das oft unendlich wertvoller ist, als ein "materielles" Geschenk: Nämlich die gemeinsam verbrachte Zeit! Deshalb möchte ich euch heute einige Tipps und Anregungen zum Thema "Zeit schenken" geben.

  1. Karten für ein gemeinsames Erlebnis: Eltern, Geschwister, der Liebste - das sind in der Regel Menschen, die wir durch und durch kennen, und bei denen wir deshalb genau beurteilen können, an welcher Unternehmung sie Spaß hätten. Kannst du deine Mutter für einen gemeinsamen Wellness-Tag begeistern, oder eher für einen Museumsbesuch? Das Kino? Den Zoo? Du weißt es bestimmt genau, also nutze dieses Wissen!
  2. Vorlesen: Die Oma (oder wenn ihr schon älter seid: die Mutter), Tante, liebe Nachbarin hat immer gern gelesen, aber nun machen die Augen nicht mehr mit? Da könnte man ihr doch gut ein Buch des Lieblingsautoren schenken, zusammen mit ein paar fest geplanten Vorlese-Dates.
  3. Essenseinladung: Wenn man Eltern oder Schwiegereltern fragt, was sie sich wünschen, kommt meist die Antwort "Ach wir haben doch alles! Ihr braucht uns nichts schenken!" Nun hilft diese Antwort natürlich nicht wirklich weiter, denn man will ihnen ja zum Fest irgendwie Wertschätzung zeigen. Und dann kauft man vielleicht eine DVD, die nie geguckt, oder einen Wein, der nicht getrunken wird. Da wäre es doch viel besser, sie mit einem selbst gekochten Dinner mal rundum zu verwöhnen. Auch als Geschenk für gute Freunde ist so eine Essenseinladung sicher eine gute Idee - mit den zusätzlichen Vorteil, dass man sich für mehrere Leute nur einmal Gedanken über das Geschenk machen muss.
  4. "Kaffeefahrt":Wenn die Eltern schon behaupten, sie hätten alles, dann tun die Großeltern das erst recht, stimmt's? Wovon sie aber oft zu wenig haben ist Gesellschaft und die Möglichkeit mal raus zu kommen und etwas anderes als die eigenen vier Wände zu sehen. Also wie wäre es mal mit einem gemeinsamen kleinen Ausflug? Angepasst natürlich an das Tempo und den Geschmack der älteren Herrschaften. Z.B. in ein schönes Cafe (falls nötig vorher checken, ob es behindertengerecht ist) oder vielleicht auch an einen Ort, an dem sie früher gerne waren und den sie mal wiedersehen möchten. So eine Tour kann man natürlich zu jeder Gelegenheit machen, aber man kann eben auch ein Weihnachtsgeschenk draus machen.
  5. Für die Kleinen: Als ich mit meinen Überlegungen zu diesem Post anfing, war ich mir sicher, dass es eine Gruppe gibt, bei der ein Zeitgeschenk keinen Sinn hat, nämlich die Kinder. Die wollen doch eh nur das neueste Spielzeug, habe ich mir gedacht, und empfinden ein Geschenk, das sie nicht direkt auspacken und ausprobieren können als tödliche Beleidigung! Doch dann habe ich mir überlegt, dass wir den Kindern vielleicht genau das richtige Signal geben, wenn wir ihnen vermitteln, dass gemeinsam verbrachte Zeit ein Geschenk ist. Es heißt ja nicht, dass sie nicht auch etwas zum Sofort-Auspacken-und-Spielen bekommen können! Nun ist es evtl. nicht so sinnvoll, wenn Eltern ihren Kindern so ein Zeitgeschenk machen, denn gemeinsame Unternehmungen von Eltern mit den KIndern gibt es in aller Regel sowieso. Aber als Tante, Onkel, Großeltern kann man gut einen gemeinsam verbrachten Tag (z.B. im Zoo oder Freizeitpark) schenken - und damit gleichzeitig den Eltern Kinder-freie Zeit.
  6. Für die großen Kleinen: Wenn die Kinder "groß" sind, das Elternhaus verlassen haben und wegen Studium oder Job unter Umständen nur noch ein paar Mal im Jahr die Eltern besuchen können, wird irgendwann auch für sie die gemeinsam verbrachte Zeit zu einem hohen Gut. Da junge Leute in diesem Alter sich oft finanziell einschränken müssen, wäre es vielleicht eine Idee, die gemeinsame Zeit hier mit etwas bescheidenem Luxus zu verbinden: z.B. ein gemeinsamer, von Mutti bezahlter Shoppingbummel, oder ein Essen in einem Restaurant, das man sich sonst nicht leisten kann. - Vorrausgesetzt natürlich, der/ die Beschenkte kann sich für so etwas begeistern.
  7. Freundschaftsdienste: Hier verschenkst du nicht in erster Linie eine gemeinsame Unternehmung, sondern eine Fähigkeit, ein Talent: Gartenarbeit, ein "Computerkurs" für die Eltern, Nachhilfe in Englisch, Pulli nach Wunsch stricken, etc. Hier sind viele Möglichkeiten denkbar. Wichtig ist, dass du eine Tätigkeit verschenkst, die du selbst gut kannst und gerne magst, und von der der Beschenkte tatsächlich profitiert.
  8. Was sollte man beim Zeitschenken beachten? - Es ist sicherlich etwas Fingerspitzengefühl gefordert, damit das Zeitgeschenk nicht rüberkommt wie "Meine Zeit ist ja sooooo wertvoll, und ich bin so gütig, sie dir zu geben!" Selbstverständlich soll nicht nur Zeit geschenkt werden, sondern ein "Programm", das dem Beschenkten aller Vorraussicht nach, gefallen wird! Nicht die geschenkte Zeit ist wichtig, sondern das gemeinsame Erlebnis.
  9. Wieviel "muss" ich geben? - Es ist nun mal so, dass ein Zeitgeschenk vom Schenker mehr Einsatz fordert, als ein "materielles" Geschenk. Und man sollte sich, bevor man schenkt, ehrlich überlegen, wieviel Einsatz man bereit ist zu bringen. Und in welcher Form. Und worauf man evtl. eben auch keinen Bock hat. Wenn man z.B. dem Vater verspricht, fortan das Rasenmähen für ihn zu übernehmen, aber bereits am Heiligen Abend hofft, er möge dieses großzügige Angebot bis zum Frühjahr vergessen haben,... Tja, dann hätte man vielleicht doch besser den Wein oder die DVD besorgt!
  10. In welcher äußeren Form kann ich Zeit verschenken? - Auch bei einem Zeitgeschenk möchte man gerne etwas in der Hand haben, deshalb würde ich dazu tendieren, sowas zusammen mit etwas Süßem zu verschenken. Man könnte den "Gutschein" z.B. auf eine schöne Karte schreiben und diese auf eine Schachtel Pralinen kleben. Witzig wäre auch ein kleiner Hinweis auf das Zeitgeschenk, z.B. ein Stofftier bei einem Zoobesuch. Weitere Ideen zu diesem Thema bei der Zeitschenken-Aktion von Edeka und auf Zeit statt Zeug. (Dies ist keine Werbung!!)

    ENGLISH TRANSLATION after the cut:


    I'm certainly not one of the people who hate the Christmas shopping orgy and try to convince their partners or family not to give each other anything. I love to get presents and I love it just as much when I can surprise my loved ones with something. But this passed year, more than ever before, I realized that there is something we can give each other that is infinitely more precious than material things: The time we spend together! So, in this post I want to some tipps and ideas on giving time.
    1. Tickets for something to do together: Your parents, siblings, significant other – you are probably so close to these people that you know exactly what they would like. Would your mom like to spend a day with you at a spa? Or would she prefer a visit to a museum? The cinema? The zoo? You probably know, so make use of this knowledge!
    2. Reading out: Your Grandma, aunt, old neighbour always loved to read, but now her eyes don't work anymore like they used to? You could give her a book of her taste together with some reading-dates where you read the book out to her.
    3. Dinner invitation: If you ask you parents or your parents-in-law what they want for Christmas, they will very prpbably say something like: „ We've got everything we need, you don't have to give us anything!“ Of course this answer doesn't help much beceause you want to give them something to show them your appreciation. -And then you buy a DVD that will never be watched or a bottle wine that will never be drunk. Wouldn't it be much better to treat them to a nice dinner you cook for them? This could also be a good idea as a gift for friends. With the additional advantage that you can give the same „present“ to several people at once, so you don't have to wreck your brain about presents too much.
    4. Taking a trip with Grandma: If parents claim they don't need anything, grandparents are even worse, am I right? But there is something that elderly people often don't get much of, which is company and the chance to see something else than their own home and it's surroundings. So why not take your grandma and/ or grandpa to a nice cafe? (If neccessary check first if it is handicapped accessible.) Or take them to a place that they liked to go when they were younger and that they want to see again. Of course you can do this kind of thing at any time, but maybe it's also a nice idea to make a Christmas present out of it.
    5. Small kids: When I started planning for this post, I was sure there is one group who wouldn't like to receive a „time gift“, namely children. Don't they always want to get presents that they can immedeately unwrap and play with?? But then I thought maybe it is a good idea if we teach them that time spend together is valuable, too? That doesn't mean that they can't have toys or something to unwrap as well! I think maybe such a time gift is not the best idea for parents, because time spend together between parents and children should be a common thing, not a Christmas present, but all the aunties, uncles, grandmas and grandpas could give a trip to the zoo or some other nice place to the kids – and at the same time some kid-free quality time to the parents.
    6. Big kids: Once the children are grown up and move out in order to work or go to university somewhere else, and once they have spend a few months without seeing their parents, they, too, realize that time spend together with the parents is a valuable good. As young people at this age usually don't have much money, parents could combine a time gift with money and for instance pay for a shopping spree the family goes on together.
    7. Give your talents: Garden work, helping your parents with their computer or smartphone, giving lessons in something you are good at... there are many ways in wich you could give your skills and talents.
    8. What to avoid when you „give time“: Some people might perceive a time gift as conceited, like „my time is soooo valuable and in my infinite mercy I give you a tiny bit of it“. In order to avoid this impression, don't just give your time, but plan an activity the person in going to like and put the emphasis on the activity.
    9. How much do you „have to give“?: Be aware that a time gift asks for more commitment from the giver than buying a „material“ present does. Decide beforehand how much you are willing to give! If you promise your father that you are going to mow his lawn for him, but already on Christmas you are hoping he will have forgotten the offer by springtime, maybe you'd better have bought him the DVD or the bottle of wine!
    10. How do I „gift-wrap my time gift“?: Write your time gift in a nice Christmas card and attach it to a box of chocolates or a symbol of what you are giving, e.g. a stuffed animal when you are giving a trip to the zoo. You can also find more ideas for this topic online!

    Comments

    1. Hey, ein sehr toller Beitrag. Ich finde Zeit zu schenken eine wundervolle Idee und definitiv ist es das Beste was man schenken kann.
      Ich wünsche Dir einen schönen 3. Advent!

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    2. Das sind durch die Bank tolle Ideen. Gemeinsame Erlebnisse sind das was bleibt, wenn einer weg ist.
      LG Sunny

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    3. Tolle Ideen für Geschenke.
      Wünsche Dir einen schönen Abend, ganz liebe Grüße Tina

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    4. Gemeinsam essen mag ich mit der Familie regelmäßig. Wenn auch sonst keiner Zeit hat. Das geht immer.

      Liebe Grüße Sabine

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    5. Ein wunderschöner Beitrag!

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    6. Das sind wirklich schöne Ideen! Und ich spüre, von Dir kommen sie von Herzen <3
      Liebe Grüße, Rena
      www.dressedwithsoul.com

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    7. Danke euch allen für das positive Feedback! <3

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    8. Ich mag die Liste richtig gerne :D

      Liebe Grüße von der Südtiroler Weinstraße

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