Dressing my body type? -Yeah, right! (oder: Der Fluch der Normgröße)

 via: Google picture search

DE: Kommen wir nochmal zurück zu der Lederjacke, die ich in meinem letzten Post erwähnt habe. Sie hat nicht richtig gepasst, und damit ist sie ein Beispiel für etwas, das mir seit Jahren auf die Nerven geht: Die Gleichförmigkeit der Mode - nicht, was die Trends angeht, sondern, was die Größen und Passformen angeht!
Ich habe nämlich immer wieder das gleiche Problem: In manchen Sachen  (nicht in allen ) trage ich zwei verschiedene Größen: Mit Anfang 20, als ich sehr schlank war, trug ich von der Taille aufwärts meist Größe 34 und von der Taille abwärts meist Größe 36. Jetzt bin ich Mitte 30, nicht mehr ganz so schlank, und trage von der Taille aufwärts meist Größe 38 und von der Taille abwärts meist Größe 40. - Fällt euch was auf? Genau, die Größe hat sich geändert, aber die Proportionen sind gleich geblieben.Und die machen es mir immer wieder schwer, etwas zu finden, was mir passt: Taillierte Bikerjacken? Schmal geschnittene T-Shirts (zum Glück sind die out)? Etuikleider wohlmöglich?-Kann ich zu gefühlten 99% vergessen! Aber wie kommt das? - Ist mein Körper denn so ungewöhnlich? Das glaube ich kaum! Es gibt genug Frauen, denen es genauso geht. Oder aber solche, die "obenrum zuviel" haben. Oder solche, die in der Breite eine bestimmte Größe brauchen, in der Länge aber nicht. Oder umgekehrt. Oder längere Arme haben als der Durchschnitt. Oder kürzere. Oder einen Po in Kardashian-Größe. Oder eher garkeinen. Oder, oder, oder...

 
All diese unterschiedlichen Formen gibt es und das ist doch eigentlich toll, denn es wäre ja langweilig, wenn alle gleich aussehen würden. Selbst in Modezeitschriften ist immer wieder die Rede von verschiedenen Körpertypen. Da gibt es Äpfel, Birnen, A-, V-, und H-Typen, Kreise, Rechtecke und Sanduhren. Wenn es diese verschiedenen Körpertypen aber doch offensichtlich gibt, warum gibt es keine Kleidung "von der Stange", die dem Rechnung trägt? Warum hat jede Bluse einer Marke in einer Größe dieselbe Norm-Armlänge, Norm-Oberweite, Norm-was-auch-immer?
Wäre das nicht mal eine tolle Geschäftsidee, wenn sich die Kleidung nach den Körperformen der Kundinnen richten würde, und nicht umgekehrt? Dass es das noch nicht, oder kaum gibt, kann ich mir nur auf zwei Weisen erklären: Entweder es ist schlichtweg zu teuer in der Produktion, oder es erscheint den Unternehmen mal wieder erfolgversprechender, ein Körperideal zu promoten das nur wenige erreichen...

Wie seht ihr das? Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Gibt es Dinge, die euch grundsätzlich nicht passen, weil ihr in einem bestimmten Bereich von einer ominösen Idealnorm abweicht?


EN: Let's get back for a moment to the leather jacket I mentioned in my last post: It did not fit well and thus is an example for something that has been annoying me for years: The sameness of fashion - not when it comes to trends, but when it comes to sizing and fit. 
Because I keep having the same problem: Im many clothes (not all) I need a size smaller from the waist upwards than from the waist downwards.So, whatever my size is - when I was 20 I was about two sizes smaller overall than now that I am almost 35  - the proportions have always stayed the same and have often been my problem.  Slim-fit biker jackets? Shift dresses? Those body-hugging T-shirts that used to be modern? I can usually rule out a very high percentage of those because they are made for an average body that I just don't have.
But then again I do not think that my body is so unusual! Many women have the same problem that I have. And then there are those with the opposite problem who have their "too much" in the upper half. Or those who are supposedly too short for their size. Or too tall. Or have longer arms than average. Or shorter arms. Or a Kardashian-sized behind. Or as-good as none. And so on and so forth...
Point is: All of these different shapes exist. They are even sometimes classified into different "body types" by blogs or magazines. Some of us apparently are apples, or pears, A-, V-, or H-types, circles, triangles or hourglasses. But if there are these different body types, why do shops not offer clothes that cater to all types? Why does every shirt in the same size by the same brand have the same arm legth, the same chest with, the same norm size?
Wouldn't that be a great buisiness idea? If clothing brands offered their customers more varied shapes and cuts?! I can only imagine two explanations for why you find so little of this variety in shops: Either the production is simply too expensive, or this is the industry promoting once again an unattainable beauty ideal...

So, what do you think? Do you have similar experiences?

Comments

  1. ich hab ja mal in der modebranche gearbeitet.
    und ja - es ist zu teuer! bzw. keiner will mehr das für kleider bezahlen, was sie kosteten, wenn sie so individuell hergestellt würden. diese lächerlichen preise funktionieren nämlich nur wenn ein kleid (z.b.) in 100.000er (mind.) auflage pro grösse gefertigt wird. je kleinteiliger das ganze umso teurer.
    ganz ehrlich? erst habt "ihr" sämtliche massschneider und kleidermanufakturen verhungern lassen wg. "geiz ist geil" und jetzt beschwert "ihr euch". what goes around comes around.
    nicht persönlich gemeint - denke du weist was ich meine :-)
    xxxx

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    Replies
    1. Danke für den ausführlichen Kommentar! :-)
      Das ist ein wichtiger Gedanke! "Wir" wollen heute immer schneller immer mehr Mode, aber nicht mehr dafür zahlen...
      Allerdings besteht das Problem sowohl bei ganz billigen Läden wie Primark , als auch bei der "Mittelklasse" wie Zara oder Esprit. Müsste das nach deiner Rechnung dann nicht anders sein?

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    2. zara und esprit sind auch fast fashion! nur das werbebudget ist fetter und die shops schicker und vll. die stoffe einen tick besser als bei hasi&mausi. in primark war ich noch nie drin - aber mein mann hat grausliches erzählt ;-)
      im prinzip muss kleidung massgeschneidert werden wenn sie wirklich passen soll. der mensch ist ja quasi 4-dimensional und jeder wirklich anders als der nächste. bei manchen kleidungsstücken, schnitten, stoffen kann man mogeln - aber spätestens beim etuikleid ist einfach schluss. das muss man sich anpassen lassen, am besten sogar mit genau der unterwäsche und den schuhen die man später dazu tragen will......
      xxx

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