Ja. Nein. Vielleicht.

Schon lange wollte ich mal über ein Thema schreiben, das uns alle gelegentlich in den Wahnsinn treibt: Entscheidungen. Da gibt es die alltäglichen Entscheidungen: Was ziehe ich an? Was möchte ich essen? Was möchte ich dieses Wochenende unternehmen, etc.. Von etwas größerer Tragweite sind da schon Fragen nach dem diesjährigen Urlaubsziel, oder ob man sich ein (neues) Auto anschaffen muss oder kann. Und dann wären da noch die "großen" Entscheidungen, die uns den Atem zu rauben scheinen, wenn wir sie zu treffen versuchen: Welcher Job? Welcher Mann? Von Kindern ganz zu schweigen...

Ich sag euch ganz ehrlich: Ich tue mich mit jeder Art von Entscheidungen schwer, mit den kleinen, sowie auch den großen. Und das ist mein Problem, denn: Wie soll eine Frau, die in jedem, wirklich jedem Klamottengeschäft fragt: "Kann man bei ihnen auch reduzierte Ware wieder umtauschen?" jemals die wirklich wichtigen Fragen lösen?

Eine Möglichkeit wäre es, sich Rat zu holen. Das ist einfach, denn Rat geben die Leute immer gerne. Aber auf welchen Rat soll man nun hören, wenn jeder doch nur vor dem Hintergrund seiner eigenen Lebensgeschichte antworten kann. Z.B. beim Thema berufliche Veränderung: Der kulturbeflissene Oberlehrer findet die Tätigkeit im Bibliothekswesen ganz toll, der Unternehmer findet, du müsstest unbedingt noch was wirtschaftlich relevantes, wie z.B. Tourismus dazustudieren, der besorgte Papa, der selbst nicht studiert hat findet eine solide Ausbildung ist auch nach dem Studium noch eine gute Idee. Ähnlich sieht es beim Thema Männer aus: Die wohlmeinende Freundin, die selbst schon Erfahrungen mit Online-Dates gemacht hat bringt einige Warnungen an, während die Familie den Kandidaten aus irgendwelchen Gründen toll findet, ja selbst die Oma will noch mitmischen und spricht schon von "deinem Freund", so als würde ich den demnächst zum Kaffeetrinken anschleppen, obwohl es zu dem Zeitpunkt erst ein Bekannter ist.
Soviel also zur Verlässlichkeit von Ratschlägen: Es erweitert den Horizont sich mal die Meinung anderer anzuhören, aber man kann sich nicht davon abhängig machen.

Dann gibt es da noch die Methode bei Entscheidungen auf den "Bauch" oder das "Herz" zu hören. Aber was, wenn der Bauch heute so denkt und morgen anders? Was wenn das Herz zwar Ideen hat, sich aber auch bewusst ist, dass diese schwer umzusetzen sind? Die Dinge sind eben in der Realität oft nicht so einfach und alles hat seine Vor- und Nachteile. Und je mehr man versucht, in sich hinein zu horchen, desto verwirrter wird man oft.

Am Ende fallen Entscheidungen dann oft, weil es nicht mehr anders geht: Weil die Chance vorbeigegangen ist, oder nur noch eine einzige Möglichkeit übrig bleibt. Oder aber sie fallen gar nicht: So erhält man sich zwar alle Möglichkeiten, muss aber auch mit einem gewissen Stillstand leben. Auf die Dauer ist das natürlich auch kein Zustand!

Nun habe ich wohl alles aufgeführt was mir zum Thema "Entscheidungen" einfällt. Was diesem Text jetzt noch fehlt ist die "Auflösung", das Rezept, wie man es denn nun wirklich machen soll. Nun, das hab ich natürlich nicht.
Bestenfalls habe ich ein paar Ideen, die helfen könnten, Entscheidungen leichter zu machen:

- Man sollte nie über eine wichtige Entscheidung nachdenken, wenn man sowieso schon deprimiert ist. Dann lieber was anderes machen, was das denken nicht fordert (z.B. was leckeres kochen) und in besserer Stimmung nochmal über die Frage nachdenken.
- Ebenso wichtig ist es, einen Weg, für den man sich einmal entschieden hat, nicht gleich wieder aufzugeben, nur weil man eine schlechte Phase hat.
- Man sollte das Glück nicht von einer einzigen Entscheidung abhängig machen - allein schon, weil man vorher nicht absehen kann, wie die Dinge sich nachher entwickeln. Ich glaube, wenn man das erstmal begriffen hat, entscheidet es sich viel entspannter.
- Egal was die anderen sagen: Fehlentscheidungen gibt es nicht! Schlimmstenfalls lernst du etwas dazu und entwickelst dich weiter!
- Wenn man sich neuorientieren muss, weil man etwas das man wollte, definitiv nicht kriegen kann, braucht man sicher einen Moment des Trauern und Bedauerns. Aber danach sollte man sich konsequent nur noch die negativen Aspekte des nun nicht mehr erreichbaren Ziels in Erinnerung rufen: Z.B. dass der ehemalige Traumjob doch eigentlich viiiieeel zu stressig gewesen wäre.

Natürlich halte ich mich selbst nicht unbedingt an diese Ratschläge...
Was ist mit euch? Fällt es euch schwer, Entscheidungen zu treffen? Und welche Tipps habt ihr, damit es leichter fällt?

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Comments

  1. Oh, das kann ich mir vorstellen, dass es nicht ganz einfach ist, wenn man sich schwertut, Entscheidungen zu fällen. Ich denke, das ist Veranlagung und hat auch mit den Wesenszügen, die man hat, zu tun. Bei mir ist es eher umgekehrt, da ich Abwechslung liebe und immer nach Neuem strebe, neige ich eher dazu, zu schnell Entscheidungen zu treffen - und das ist manchmal im nachhinein vielleicht nicht immer ganz schlau gewesen ... Ich denke es hilft, Entscheidungen zu treffen, dass man es einfach macht. Denn ich habe festgestellt, wenn man zu lange überlegt, zu viele Leute fragt oder ewige Checklisten anfertigt, ist man hinterher eher noch verwirrter als vorher. Alles Gute auch für Dich in dieser Hinsicht!
    xx Rena
    www.dressedwithsoul.com

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  2. Danke für Deinen interessanten Kommentar auf meinem Blog, hoffentlich hattest Du wundervolle Ostern! xx Rena

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  3. Ich tue mir auch sehr schwer mit Entscheidungen aber ich treffe sie schneller als es mir bewusst ist…Ich weiß das macht keinen Sinn :))) Aber es ist echt so. Ein einfaches Beispiel: Ich muss mich für etwas entscheiden, sagen wir mal paar Schuhe. Ich weiß innerlich genau welche ich nehmen werde. Aber ich frage Leute, gehe 10 mal zum Geschäft und überlege….Aber dann zum Schluss, nehme genau das Paar, das ich eh schon vom Anfang an nehmen wollte:)))

    <3 <3 Mahshid مهشید
    http://www.thankstofashion.com

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