Ommm...

Am Dienstag hatte ich die erste Yogastunde meines Lebens. Man kann über diesen Sport (wenn es denn einer ist) ja einiges hören und lesen: Dass er das Körpergefühl verbessert, dass er die Konzentration verbessert, dass er unsere Lieblingsfranzösin wieder fit gemacht hat... Alles in allem genug Gründe für mich, neugierig zu werden und mal einem Yogakurs beim Hochschulsport meiner Uni zu belegen.
Zunächst mal war ich viel zu spät dran, weil ich eine halbe Stunde brauchte, um den Raum zu finden. Das und die Tatsache, dass ich unberechtigterweise auf dem Uni-Parkplatz parkte und befürchtete, abgeschleppt zu werden, hatte mich in eine nicht gerade meditative Stimmung versetzt. In dieser polterte ich schließlich in den richtigen Raum, in dem ca. 15 Personen, darunter genau ein (allerdings ziemlich gut aussehender) Mann, auf roten Matten saßen und die mit sanfter Stimme vorgetragenen Anweisungen der Lehrerin ausführten.
Diejenigen Übungen, die den Körper strecken oder ihm sonstwie zu Gute kommen sollten, leuchteten mir ein und gefielen mir, anderes fand ich eher seltsam, z.B. sollten wir unsere Augen entspannen, indem wir den Blick in Form liegender Achten kreisen lassen sollten. (Ich rollte meine Augen zur Decke und dachte "Und dafür zahle ich jetzt 60€?") Auch die Entspannungsphase am Ende war nicht so mein Fall: Wir sollten uns mit den vorhandenen Decken (Lehrerin: "Ich glaub, die werden einmal im Jahr gewaschen.") zudecken und dann sämtliche Körperteile zuerst an-und dann entspannen (Lehrerin: "Deine Bauchorgane sind entspannt", "Deine Kopfhaut ist entspannt") dann folgte eine viiiiieeel zu lange Phase, in der wir mit geschlossenen Augen daliegen und uns auf einer Blumenwiese "visualisieren" sollten ("Also rumliegen kann ich auch zu Hause!" dachte ich). Die Stunde endete (stellt euch vor) damit, dass wir alle dreimal "Ommm" singen sollten (ich hatte mich erst beim zweiten "Ommm" wieder soweit im Griff, dass ich mitmachen konnte).

Nach der Entspannungsphase war mir kalt und ich hatte das Gefühl, mich kein bischen körperlich betätigt zu haben. -Beides sollte nach einem Sportkurs nicht der Fall sein.
Am nächsten Tag hatte ich immerhin Muskelkater in den Beinen -hab mich wohl doch bewegt. Also insgesamt fand ich das Ganze zwar gewöhnungsbedürftig, denke aber, dass mit der Zeit der sportliche Aspekt doch noch mehr in den Vordergrund rückt. Und vielleicht nehm ich nächstes Mal meine eigene Decke mit.



On Tuesday I went to Yoga class for the first time in my life. A lot can be heard and read about this sport (if it can be called that): It's supposed to make you feel more at home in your body, it's supposed to help you concentrate, it's supposed to have helped our favourite Frenchwoman get fit... All in all I had reasons enough to become interested in yoga and register for a course that my uni offered.
I started off by being very late, because I needed half an hour to find the right room. This, and the fact that I had my car parked in a place where it was in danger of being towed, got me into a less-than-meditative mood. I stormed into the room where about 15 people, among them exactly one man (albeit a rather good-looking one), were sitting on red mats and doing what they were told by the teacher.
I liked those exercises when we had to stretch and move the body -and that was also what I had expected, other things I found rather strange: one time we had to "relax our eyes" by moving them in an eight-shaped way (I rolled my eyes to the ceiling, thinking " And for this I'm paying 60€!") I didn't love the relaxing phase at the end either. Everybody had got a blanket and we were told to lie down and cover ourselves up with those blankets (teacher:"They get washed once a year.") then we had to tense and relax every body part (teacher:"Your belly is relaxed" "Your scalp is relaxed") Then followed a phase which was waaaay to long where we were told to close our eyes and "visualize" ourselves lying in a flower meadow. ("I can lie about at home, I don't need a course for that!" I thought). The lesson ended (imagine that) with all of us singing "Ommm" three times (it took my until the second "Ommm" till I could join in because I had to fight the urge to laugh)
In the end I felt cold because of the relaxing phase and I also felt like there had not been any physical activity at all. -Two things you shouldn't be feeling whey you're coming from any sports class.
At least my legs were sore the next day -so maybe there had been more physical activity than I realized. All in all, yoga definitely takes some getting used to, but I hope the sports aspect will be emphasised more in the next classes. And I might bring my own blanket next time.

Comments

  1. Witziger Bericht. Glaub' mir, bei meiner ersten (und letzten!) Yogastunde bin ich bei "Omm" erstmal in einen spätpubertären Lachanfall ausgebrochen. Ich bin gespannt, wie es Dir längerfristig gefällt, halt uns auf dem Laufenden.

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  2. Freund Google hält sich leider erstaunlich bedeckt zum Thema "Berliner Hocker". Insofern - Your guess is as good as mine :)

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  3. Dein Bericht erinnerte mich an meine erste und letzte Yogastunde in der Uni. Ich fand es auch mehr als seltsam und teilweise witzig, aber nicht der Übungen wegen, sondern weil sich vor mit 2 Waschechte Kerle (typ: Footballspieler) ganz offensichtlich zum ersten mal an diese Sportart wagten und kläglich versagten. Beim Anblick dieser Yogajunglinge war mir klar, warum es ein Frauensport ist und dass Muskeln und Kraft neu definiert werden sollten.
    Warum ich da nicht mehr hingegangen bin? Weil mir das hecheln mit rausgestreckter Zunge doch etwas zu blöd war und ich mich nicht vor dem Spiegel dabei sehen wollte.

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  4. as for me, I like yoga even though sometimes I think just like you that it is too "soft" and not enough tonic

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  5. Bin sehr gespannt, wie es weitergeht!

    Ich würde auch so einiges merkwürdig finden. Aber Muskelkater ist ja an sich ein gutes Zeichen, ein Zeichen, dass es was bringt.

    Liebe Grüße

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