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10 Things: Zehn Gründe, warum ich gerne das Dschungelcamp gucke

Das Dschungelcamp bietet uns jedes Jahr wieder Gesprächsstoff: Für die einen ist es ein absoluter Pflichttermin, die anderen können sich nichts Schlimmeres vorstellen, als sich "so eine Ekel-Show" anschauen zu müssen. Ich persönlich werde mich an dieser Stelle jetzt mal als Angehörige der ersteren Gruppe outen: Ich schaue die Sendung mit Begeisterung. Und heute möchte ich versuchen, euch zu erklären, warum:





  1. Gruppendynamik: Zwölf Personen leben zwei Wochen lang unter sehr einfachen Umständen dicht aufeinander: Allein diese Ausgangsposition ist schon ein Sozialexperiment. Und dann geht es los: Wer ist Heulsuse? Wer Camp-Mutti? Wer flirtet mit wem? Und ist es nur aus PR-Gründen? Welche Promis können sich gegenseitig überhaupt nicht leiden? Wie meistert man Krisen? Gemeinsam oder eben gerade nicht gemeinsam? - Wenn das nicht mindestens so interessant ist, wie das "echte Leben"!
  2. Charaktere machen's spannend: Neben den berüchtigten Dschungelprüfungen und der "Wohnsituation" gibt es natürlich noch eine weitere wichtige Zutat, die Camper selbst. Es sind immer welche dabei, die dem Zuschauer ans Herz wachsen, aber noch mehr, über die man sich richtig schön aufregen kann. Ich habe keine Ahnung, ob es für die Sendung ein Skript gibt, also, wieviel hier "Fake" ist, aber so oder so ist es unterhaltsam.
  3. Wer gewinnen will, muss nett sein: Auch wenn es die Nervensägen unter den Dschungel-Bewohnern sind, die zunächst Schlagzeilen machen, am Ende waren das fast nie diejenigen, die gewonnen haben. Meist waren es Leute, die entweder viel zu lieb (Menderes, der andere von DSDS dessen Name mir gerade entfallen ist) oder viel zu cool (Brigitte Nielsen, Ingrid van Bergen) waren, um in den Zickenkrieg mit einzusteigen.
  4. Mitfiebern - Angesichts der schlimmen Aufgaben: Ich weiß ja nicht, wie es anderen Zuschauern geht, ob sie das Leid der Kandidaten in den Dschungelprüfungen nur mit reiner Schadenfreude betrachten. -Mir geht es jedenfalls nicht so, ich fiebere da richtig mit! Und wenn es da jemand fertigbringt, seine Phobie vor Krabbeltieren zu überwinden, oder die eklige Brühe bis zum Ende auszutrinken, dann bewundere ich das.
  5. Katharsis (Okay, vielleicht ist dieser Punkt etwas weit hergeholt, aber ich werfe ihn trotzdem mal in den Raum): Es ist ganz schön clever von RTL, dass sie dem Zuschauer hier die Möglichkeit geben, sich mit einem Protagonisten zu identifizieren, der fiese Sachen erlebt. Sie nutzen damit einen Effekt, der so alt ist, wie das Theater: die Katharsis. Seit der Antike gibt es die Theorie, dass der Zuschauer, wenn er mit einer Figur mitfühlt, die Angst, Schrecken, Ekel o.ä. erleiden muss, eine Art psychologische Reinigung von diesen Gefühlen erfährt und sich deshalb hinterher besser fühlt. -Keine Ahnung, ob das stimmt, aber es macht vielleicht einen Teil der Faszination aus.
  6. Helden werden geboren (Naja, kleine Helden): Auch wenn der offizielle Titel der Sendung anders lautet, die Dschungelcamper sind nicht wirklich Stars. Die meisten von ihnen sind in ein bischen bekannt und hoffen, durch die Sendung dieses bischen Bekanntheit zu steigern. Aber ist das ein Problem? Eigentlich nicht: Wenn Leute, die noch nicht viel geleistet zu haben scheinen, oder deren Karriere in der Krise steckt, uns mit ihrem Auftritt im Dschungel beeindrucken, ist das doch eigentlich viel überraschender, als wenn es echte Stars wären.
  7. Moderatoren und Sprüche: Dazu muss ich wohl nicht viel sagen, die können ihren Job!
  8. Man "guckt" heutzutage nicht mehr nur nach IQ: Ich glaube in meiner Generation ist es eher die Regel, als die Ausnahme, dass auch gebildete Menschen sich nicht nur mit "Hochkultur" beschäftigen. Ich kenne Germanistinnen, die auf Helene Fischer stehen und Lehrer, die sich über die Dummheit ihrer Schüler aufregen, aber mitreden könnten, wenn es um deren Lieblingsserien geht. Also warum nicht auch mal das Dschungelcamp gucken? - Solange man nicht nur Trash-TV schaut versteht sich!
  9. Das Format: Wieder so ein Trick: Die Sendng läuft nur zwei Wochen im Jahr und wird allein durch diese "Verknappung" schon zum Ereignis. (Danach reicht es einem dann aber auch erstmal...)
  10. Ja, es ist ein Hype - na und?
Zugegeben, ich musste mich schon anstrengen, hier zehn Punkte zu finden, und vielleicht ist die Sendung auch nicht so ernst zu nehmen, wie ich sie hier jetzt mal betrachtet habe, aber auf jeden Fall finde ich, dass es schlechtere Unterhaltung als das Dschungelcamp gibt!

Und, ach ja, ich habe noch Punkt 11 vergessen: Ich hab nichts gegen Langeweile... 😉

Was haltet ihr vom Dschungelcamp?



ENGLISH: 
Sorry there will be no translation for this post, because is it about a show on German TV. I'm not sure everything I wrote applies to the same show in other languages. 
Just this much: I do kind of like "I'm a celebrity, get me out of here!" and in this post I tried to explain what's so great about the trashy show.

Comments

  1. Dieses "Man guckt heute nicht mehr nach IQ" kann ich nur unterschreiben - obwohl du mich mit dem Camp oder ähnlichen "Thrash"-Formaten jagen kannst. Und das nur als Fernsehen für die "Unterschicht" zu bezeichnen, ist meiner Meinung nach auch echt zu kurz gegriffen. Ich denke, das sind so Sendungen, bei denen man einfach mal das machen kann, was im normalen (Arbeits)Leben unmöglich ist: du darfst lästern und dabei undiplomatisch und politisch unkorrekt sein und einfach Dampf ablassen und deiner Schadenfreude freien Lauf lassen. Besser so, als das im RL auszuleben, finde ich.

    In diesem Sinne: viel Spaß weiterhin! ;)

    LG Anna

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  2. Ich kann mich noch dunkel an die erste Staffel erinnern. Damals hatte ich auch noch TV empfang. Aber mir hat sich der Sinn der Sendung nie erschlossen. Die Leute haben mich nicht interessiert und das was dort passierte auch nicht.
    Auch heute lese ich ausschließlich auf Blogs hin und wieder ein paar Zeilen darüber. Nicht mal im Radio wird darüber gesprochen. DC kommt in meinem RL nicht vor.
    LG Sunny

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    Replies
    1. Du hast kein Fernsehen? Jetzt weiß ich endlich, wie du es schaffst immer sofort auf so vielen Blogs zu kommentieren und disziplinert Sport zu machen!- Ohne Fernsehen hat man einfach mehr Zeit...
      Ich brauche Fernsehen leider oft als "Hintergrundberieselung", solange bis ich feststelle, dass ich mich nebenher eben doch nicht so gut konzentrieren kann. Ich sollte wohl stattdessen öfter Radio hören.
      Hast du eigentlich Kinder? Was halten die denn davon, dass es zu Hause kein TV gibt?

      Delete
  3. Ehrlich gesagt schaue ich auch sehr gerne. Zwar nicht regelmässig aber wenn es sich ausgeht! Warum nicht? Mein Mann mag das gar nicht aber mir ist das viel lieber als mir irgendeinen Actionfilm anzusehen wo alles möglich explodiert und ständig Menschen umgebracht werden. Den Dschungelcamp mag ich auch schon daher weil die Moderatoren echt Spitze sind.
    GLG Natascha

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