24.1.16

Everything's the same, but different

DE:
      Nun habe ich hier schon ein Weilchen nicht mehr geschrieben. Heute möchte ich gerne darüber sprechen, warum das so war. Es hatte verschiedene Gründe. In der vergangenen Woche war ich schwer beschäftigt mit Bewerbungen schreiben, in den zwei oder drei Wochen davor jedoch hat mich etwas anderes beschäftigt: Ende Dezenber hatte meine Oma einen Schlaganfall. Eine Woche später ist sie dann verstorben. Es ist klar, dass in so einer Zeit meine oberste Priorität war, meine Eltern zu unterstützen. Und auch mir selbst war nicht danach, z.B. Outfitfotos zu machen. Inzwischen ist die Familie in sowas wie den "Normalzustand" zurückgekehrt. Trotzdem, denkt ich natürlich noch öfter daran.
      Man könnte ja sagen, dass es nicht ganz so traurig war, weil Oma das gesegnete Alter von beinahe 96 Jahren erreicht hatte, weil sie fast bis zum Ende einigermaßen rüstig war. Und das stimmt auch. Aber trotzdem: Manches fühlt sich nun anders an.
      Ich hatte eine ziemlich enge Beziehung zu meiner Oma. Als ich klein war hat sie auf mich aufgepasst. Später hab ich sie oft besucht. Zuerst mit dem Fahrrad, dann mit dem Auto.  Wenn meine Eltern in den letzten Jahren im Urlaub waren, hab ich bei ihr nach dem rechten gesehen, für sie eingekauft und so. Viele schöne Familienfeste oder auch ganz normale Nachmittage bei Tee und Keksen habe ich in ihrem Haus erlebt. Und viel Geborgenheit habe ich dort immer gefunden. Das ist jetzt für immer anders.
      Vor ein paar Tagen war ich zum ersten Mal seit ihrem Tod wieder in dem Haus. Alles sah noch so aus, als würde sie jeden Moment mit ihrem Rollator um die Ecke kommen. Die Blume, die ich ihr zu Weihnachten geschenkt habe, ist jetzt in voller Blüte. Das hat sie nicht mehr gesehen. Wir werden das Haus entrümpeln müssen und es wird ein Trost sein, einige Dinge daraus zu "retten" und zu besitzen. Trotzem ist es jetzt ein anderer, ein trauriger Ort.
      Wo sich manche Dinge nun so anders anfühlen, wundert man sich, dass anderes überhaupt nicht anders ist: Meinen Spass an Dingen, die mir sonst Freude machen, wie z.B. 50% Rabatt im Sale, hatte ich nie verloren, obwohl ich trauerte. Und nach ein paar Tagen, an denen man sich erlaubte, an nichts anderes zu denken, warteten dieselben alltäglichen Sorgen und Probleme wie vorher.
      Interessant fand ich die Reaktion der anderen: Ich finde, wenn jemand einen Angehörigen verloren hat und man weiß das, kann man schon mal wenigstens "Tut mir leid" sagen. Einige Leute in meinem Alter oder jünger aber tun sich damit schwer und sagen gar nichts. Ältere sind da souveräner, sie fragen eher, wie es einem geht und geben einem Gelegenheit, von dem Verstorbenen zu erzählen. Das war jedenfalls mein Eindruck. Manche Menschen wollen vielleicht auch nicht, dass so etwas z.B. am Arbeitsplatz zur Sprache kommt, aber mir hat das gut getan.
      Wie seht ihr das? Welche Erfahrungen habt ihr mit dem Umgang mit dem Tod, z.B. durch Kollegen gemacht?
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